EX-INs verändern das Gesundheitssystem!

Update, Darmstadt, Dezember 2018 !

Als heutiger EX-IN-Genesungsbegleiter liefere ich seit Jahrzehnten immer wieder wertvollen Input für Profis! Mehr im neuen Artikel der HyperWordium bei Google Play.

Update, Darmstadt, September 2018 !

Es kommt Bewegung in die EX-IN-Szene in Darmstadt.
So langsam beginnen hiesige Profis umzudenken und zumindestens EX-IN-Genesungsbegleiter mit einer sozialen Berufsqualifikation für eine Einstellung in ihren Einrichtungen in Erwägung zu ziehen…
Da ginge natürlich noch erheblich mehr…
Jemand, der gerade keine solche Berufsqualifikation hat und dennoch nachweislich im Umgang mit seiner Erkrankung offensichtlich ausserordentlich erfolgreich geworden ist, alle psychosozialen und psychoedukativen Maßnahmen autodidaktisch selbst ergreifen konnte, müßte als besonderes Talent ja gerade besonders zu Rate gezogen werden…
Aber da reagieren Viele leider immer noch mit sehr viel Animositäten…

Update, Darmstadt, April 2018 !

Nachdem es mir in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts gelungen war die Positiv-Symptomatik meiner Erkrankung in den Griff zu bekommen, lange bevor irgendwelche Fachleute oder wissenschaftliche Publikationen mir in Darmstadt und Umgebung irgendwelche Hinweise zu einer solchen Möglichkeit gaben, gelingt es mir inzwischen offensichtlich sogar meine Negativ-Symptomatik erfolgreich zu beeinflussen!

Dies ist aussergewöhnlich gewesen, da in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts hier ja immer noch die Fachmeinung residierte, daß Psychotiker generell – ausser für eine medikamentöse Therapie – einer anderen Therapieform nicht zugänglich wären, weil sie letztlich eine Konfrontation mit ihrer Erkrankung nicht ertrügen.
Das Verfahren, daß ich dagegen intuitiv praktiziert habe, nennt man heute in Fachkreisen „kognitive Verhaltenstherapie“.
Obwohl man aktuell vielfach lesen kann, daß die kognitive Verhaltenstherapie heute eine stark beforschte Therapieform wäre und bereits 1952 von Prof. A.T.Beck auch für Schizophrene als für möglich in Erwägung gezogen wurde, praktizierte man in den folgenden 4 Jahrzehnten etwas völlig anderes.
Erst in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts begann man in Deutschland die kognitive Verhaltenstherapie auch für Schizophrene zu erforschen. Dabei stellte man dann die Wirksamkeit wissenschaftlich fest!

Ein anderer therapeutischer Umstand, der heute ebenfalls mehr Beachtung findet, ist der Umstand, daß man nach Möglichkeiten der Medikamentendosisreduzierung sucht. Die anfänglich häufig geleugneten Nebenwirkungen der Standardmedikation und der nicht erkennbare Nutzen höherer Dosierungen (Psychopharmaka therapieren Symptome, aber heilen nicht), brachten mich ebenfalls bereits in den 80ern des letzten Jahrhunderts dazu, immer mit dem möglichsten Minimum an Tabletten auskommen zu wollen. Das führte nicht zuletzt dazu, daß ich Frühwarnzeichen entdeckte, die mir anzeigten, wann meine aktuelle Dosierung zu niedrig war und daher erhöht werden sollte, ohne in dieser Situation gleich krankenhausreif krank werden zu müssen.

War ich letztlich ein Auslöser für diese wissenschaftlichen Entwicklungen?

Mein überarbeiteter Artikel aus 2015:

Die Aussage „Arzt, hilf Dir selbst!“ erfährt in Deutschland die Steigerung zu „Patient, hilf Dir selbst!“.
Wo die erste Forderung schon eine Gemeinheit ist – versuchen Sie sich einmal einen Blinddarm selbst zu entfernen -, selbst als Arzt dürfte Ihnen das schwerfallen…
In der Psychiatrie wird mit den Menschen aber so umgegangen. Patienten bekommen nach einer Diagnose Psychopharmaka und werden anschließend im Wesentlichen noch verwaltet. Lange vorbei ist der Aufbruch der Psychiatriereform der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Schaffen es Patienten nach ihrer stationären Therapie in eine regelmäßige ambulante Therapieform zu kommen, führen die weiter anstehenden Probleme der Betroffenen am ehesten dazu, daß weitere, zusätzliche Medikamente verordnet werden.
Ein weit verbreitetes Problem ist so auch die im Allgemeinen viel zu hohe Dosierung der notwendigen Medikamente mit allen nachteiligen Folgen, und darüber hinaus die Gabe vieler, letztlich unnötiger und daher ausschließlich schädigender Feigenblatt-Medikamente.

Es ist längst bekannt, daß Patienten mit z.B. Psychosen neben ihren notwendigen Medikamenten zu einer erfolgreichen Rehabilitation auch intensive psychoedukative Maßnahmen benötigen.
Psychoedukation erfordert natürlich einen hohen, individuellen Einsatz vom Patient und auch vom Therapeut. Aber zweifelsfrei ist es nicht so, daß entsprechende Fachkräfte hier nicht trotzdem wichtige Unterstützung leisten könnten. Dies findet in Deutschland aber meistens nicht statt.
Und so verwahrlosen viele Patienten und werden von den Zynikern in unserer Gesellschaft nur noch als „Kostenfaktor“ betrachtet.

Das Martyrium der Kranken hört hier aber nicht auf: Nicht nur, daß ihnen persönliche Schuld zugerechnet würde, nein, ihre Diagnose ist sogar für viele Ärzte ein Freibrief dafür, einfach nichts mehr für ihre Patienten tun zu müssen, ausser eventuell weitere Medikamente zu verschreiben. Und so kommt es immer häufiger vor, daß Symptome nicht mehr ernst genommen werden, oberflächlich als ausschließlich der Psychose geschuldet oder sogar als nicht weiter wichtig betrachtet werden, und dann sterben diese Patienten u.U. verfrüht an ganz anderen Krankheiten, als ihrer psychischen Erkrankung, die aber in diesem Umfeld einfach nicht mehr aufgedeckt worden sind.

Es gibt allerdings Patienten, die sind tatsächlich in der Lage mit minimalster Unterstützung die psychoedukativen und sonstigen therapeutisch notwendigen Maßnahmen zur persönlichen Rehabilitation selbst zu erbringen, sie werden sogar wieder voll arbeitsfähig, schaffen, wie ich, gar einen beruflichen Aufstieg, – sie sind zum Schluß einfach gesund mit Tabletten und einer selbst entwickelten, individuellen Psychotherapie, dessen Beispiel dem einen oder anderen dann auch von irgendwelchen Experten, die davon Wind bekommen haben, weiter empfohlen wird.

Sogar in der Medizin ist nun also die Amateurforschung nicht mehr weg zu diskutieren!

Aber der Normalfall ist das bei einer solchen Diagnose natürlich nicht. Und dabei bleibt natürlich auch noch das große Problem jener anderen Krankheiten bestehen, die sich ereignen können und unter dem Deckmantel der nicht nur in medizinischer Hinsicht gesellschaftlich ausserordentlich bequemen Diagnose „Psychotiker“ verborgen bleiben, nicht selten mit lebensbedrohlichen Folgen.

Eine daraus resultierende und auf jeden Fall immer länger werdende Liste an nicht therapierten Folgeerkrankungen belasten Patient und Gesellschaft.
Und so fallen diese Menschen u.U. trotz ihrer beachtlichen, therapeutischen Leistungen wieder aus dem Arbeitsprozess heraus, – völlig unnötigerweise -, oder sterben sogar verfrüht an eher harmlosen, therapierbaren Krankheiten. Psychotiker z.B. haben letztlich ohnehin eine statistisch verringerte Lebenserwartung.

Die Erfahrungen solcher Patienten wiederum, die nachweislich überdurchschnittlich gut mit ihrer Erkrankung zurecht gekommen sind, wurden in Deutschland aber ebenso lange nicht genutzt.
Nicht zuletzt berufsständische Arroganz verhindert auch heute noch die Einbeziehung solcher Patienten in den Therapiealltag, und heute eben auch von EX-IN-Genesungsbegleitern, etwas, daß es so z.B. in angelsächsischen oder skandinavischen Ländern nicht so ausgeprägt gibt.

EX-IN verfügt heute in seinem Hintergrund über eine europäische, wissenschaftliche Initiative mit weltweiten Bezügen, die nun endlich auch in Deutschland langsam Fuß fasst. EX-IN-Deutschland hat seinen Sitz im norddeutschen Bremen und Hannover.

Langsam zieht auch endlich das Rhein-Main-Neckar-Gebiet nach.
EX-IN-Genesungsbegleiter können heute zunehmend ihre Erfahrungen in den Genesungsprozess vieler einbringen und werden mehr und mehr anerkannt. Ihr Engagement nimmt dabei auch immer mehr Einfluß auf die wissenschaftliche Beurteilung und Behandlung dieser Krankheiten!

Es hat sehr lange gedauert, aber nun hat auch das deutsche Gesundheitssystem zumindestens damit begonnen seine Chancen durch die qualifizierte Mitarbeit von EX-IN-Genesungsbegleitern wahrzunehmen.
Auch wenn Profis in der klinischen Praxis sich heute oft noch lange nicht, oder auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft befinden, den EX-IN-Genesungsbegleiter heute darstellen, und ihre Mitarbeit daher leider oft mehr oder weniger rigoros ablehnen. Die größte Barriere ist meiner Erfahrung nach die Pflegedienstleitung der Krankenhäuser, die möglicherweise einen Ansehensverlust ihrer Kompetenz befürchtet, statt die Chancen einer trialogischen Arbeit zu sehen, die alle Seiten bereichert, und jeglichen Heilungserfolg zweifellos steigert. Leider stellen sich auch die hiesigen Klinikchefs solchen Innovationen in ihrem Verantwortungsbereich lieber entgegen.